Wo fange ich beim Renovieren an?
17. Mai 2026 · Dekowohnzimmer.de
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Der erste Schritt ist nicht, einen Handwerker anzurufen oder einen Ausstellungsraum zu besuchen. Es beginnt mit einem klar formulierten Ziel auf Papier: Was soll sich ändern, warum, und was darf es kosten? Wer diese Fragen überspringt, kehrt mitten in der Renovierung zu Entscheidungen zurück, die eigentlich längst hätten getroffen werden sollen — und das kostet Zeit und Geld.
Schritt 1 und 2: Ziel formulieren und Budget festlegen
Zunächst aufschreiben, was man erreichen möchte. Geht es um mehr Platz, eine bessere Raumaufteilung, Energieeinsparung oder einfach ein frischeres Erscheinungsbild? Das klingt selbstverständlich, aber in der Praxis beginnen viele Renovierungen mit einem vagen Gefühl ('die Küche wirkt alt'), das sich im Laufe des Prozesses plötzlich zu einer kompletten Neugestaltung ausweitet. Indem man sein Ziel klar formuliert — Funktion, Optik und gegebenenfalls Energieleistung — verhindert man, dass der Umfang unbemerkt wächst.
Parallel dazu legt man das Budget fest. Nicht was man vielleicht ausgeben möchte, sondern was man maximal kann und will. Immer 15 % für Unvorhergesehenes aufschlagen. Das ist kein Pessimismus, sondern die Realität des Renovierens. Hinter Wänden verbergen sich Überraschungen, Materialpreise ändern sich, und Entscheidungen, die man mittendrin trifft, kosten stets mehr als die ursprüngliche Planung. Mit einem Puffer von 15 % hat man Spielraum, ohne dass das Projekt finanziell aus dem Ruder läuft.
Angenommen, man hat € 25.000 zur Verfügung: Dann beträgt das Arbeitsbudget € 21.750 und man reserviert € 3.250 für Unvorhergesehenes. Bleibt man innerhalb des Arbeitsbudgets, ist der Puffer ein Gewinn. Aber man braucht ihn fast immer.
Schritt 3: Genehmigungsprüfung über das Bauportal
Bevor man auch nur eine Zeichnung anfertigen lässt, prüft man, ob die Renovierung genehmigungspflichtig ist. In Deutschland erfolgt das über das Bauportal der jeweiligen Gemeinde oder das zuständige Bauamt. Die Prüfung dauert einige Minuten: Man gibt an, was gebaut werden soll und an welcher Adresse, und erhält eine erste Einschätzung. Eine Baugenehmigung zu beantragen dauert im Schnitt 4 bis 8 Wochen. Wer diesen Schritt überspringt und nachträglich feststellt, dass eine Genehmigung erforderlich war, riskiert einen Baustopp oder sogar eine Rückbaupflicht.
In den meisten Gemeinden genehmigungsfrei sind: eine Dachgaube an der Rückseite, die weniger als 50 % der Dachfläche einnimmt, ein Anbau an der Rückseite innerhalb bestimmter Maße, ein Schuppen oder Lagerraum unter 30 m². Stets genehmigungspflichtig sind: eine Erweiterung, die mehr als 2,5 Meter über dem Dachansatz liegt, eine Dachgaube an der Vorderseite, Umbaumaßnahmen an denkmalgeschützten Gebäuden und das Entfernen von tragenden Wänden.
Schritt 4 und 5: Planung erstellen lassen und Angebote einholen
Bei einer einfachen Renovierung — einer neuen Küche oder einem neuen Badezimmer im selben Raum — genügt eine detaillierte Zeichnung des Installateurs oder des Küchenspezialisten. Bei einem Anbau, dem Versetzen von Wänden oder einem komplexeren räumlichen Eingriff beauftragt man einen Architekten oder Bautechniker. Dieser liefert Bauzeichnungen, die man an drei Handwerker zur Einholung vergleichbarer Angebote sendet.
Immer mindestens drei Angebote einholen, auf Basis exakt derselben Leistungsbeschreibung. Jeden Handwerker bitten, den Preis in Stundensatz, Materialkosten und einen festen Gesamtpreis aufzuschlüsseln. So kann man wirklich vergleichen, statt Äpfel mit Birnen zu kombinieren. Außerdem vor der Entscheidung die Steuernummer, den Handelsregistereintrag und die Haftpflichtversicherung jedes Handwerkers prüfen.
Allen Handwerkern exakt dasselbe Dokument schicken: Zeichnungen, Materialspezifikationen und eine Beschreibung je Gewerk. Wer auf Basis einer mündlichen Beschreibung anbietet, kann später immer behaupten, die Arbeit habe sich anders dargestellt als erwartet. Das ist die Grundlage für Nachtragsarbeiten.
Schritt 6 und 7: Zeitplan festlegen und starten
Sobald der Handwerker ausgewählt ist, legt man den Zeitplan im Vertrag fest. Das bedeutet: ein Startdatum, ein Fertigstellungsdatum und einen Zahlungsplan. Üblich in Deutschland ist 10 % bei Vertragsunterzeichnung, 30 % bei Beginn, 30 % zur Hälfte und 30 % bei Abnahme. Niemals mehr als 10 % im Voraus zahlen — Handwerker, die den vollen Betrag im Voraus verlangen, sind ein Warnsignal.
Die durchschnittliche Vorlaufzeit von Vorbereitung bis Beginn beträgt 3 bis 6 Monate bei geordnetem Vorgehen. Je komplexer die Renovierung und je mehr Handwerker beteiligt sind, desto länger die Vorbereitung. Wer sich diese Zeit nimmt, renoviert ruhiger, günstiger und mit weniger Konflikten als jemand, der es überstürzt angeht.
Siehe auch: Wie erstelle ich ein realistisches Renovierungsbudget? für eine detaillierte Aufschlüsselung der Kosten je Renovierungsart.
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Häufig gestellte Fragen
Häufig gestellte Fragen
- Wie lange dauert die Vorbereitung einer Renovierung im Durchschnitt?
- Für eine durchschnittliche Renovierung sollte man 3 bis 6 Monate Vorbereitungszeit einplanen. Das umfasst die Ausarbeitung der Wünsche, das Einholen einer eventuellen Genehmigung (4 bis 8 Wochen Bearbeitungszeit), das Erstellen von Zeichnungen sowie das Einholen und Vergleichen von mindestens 3 Angeboten. Wer zu schnell beginnt, endet mit Nachtragsarbeiten und Budgetüberschreitungen.
- Muss ich zuerst einen Architekten einschalten oder direkt Handwerker ansprechen?
- Das hängt vom Umfang und der Komplexität ab. Bei einer einfachen Badezimmer- oder Küchenrenovierung reicht eine detaillierte eigene Beschreibung plus Zeichnungen des Installateurs. Bei einem Anbau, dem Umbau tragender Wände oder einer komplexen Raumaufteilung ist ein Architekt oder Bautechniker notwendig, um einen Genehmigungsantrag und Bauzeichnungen einreichen zu können. Ohne Zeichnungen lassen sich keine vergleichbaren Angebote einholen.
- Was ist das Bauportal und wie nutze ich es?
- Das Bauportal (je nach Bundesland unterschiedlich) ist die offizielle Anlaufstelle, über die man prüft, ob die eigene Renovierung eine Genehmigung erfordert. Man gibt an, was gebaut werden soll und an welcher Adresse, und das System zeigt an, ob eine Genehmigungspflicht besteht. Hier lässt sich auch direkt ein Bauantrag stellen. Die Prüfung ist kostenlos und dauert wenige Minuten.
- Wie viele Handwerkerangebote sollte man einholen?
- Mindestens 3 Angebote, auf Basis exakt derselben Leistungsbeschreibung und Zeichnungen. Jeden Handwerker bitten, Stundensatz, Materialkosten und einen festen Gesamtpreis separat auszuweisen. Das günstigste Angebot ist selten die beste Wahl: auch Referenzen, Lieferzeit und die Klarheit des Angebots selbst prüfen. Ein vages Angebot ist bereits ein frühes Warnsignal.
- Was ist der Unterschied zwischen Renovieren für den eigenen Wohnkomfort und Renovieren zur Wertsteigerung?
- Beim Wohnkomfort stehen die persönlichen Wünsche im Vordergrund: eine individuelle Raumaufteilung, höhere Qualitätsniveaus, eine Farbe nach eigenem Geschmack. Bei der Wertsteigerung geht es um allgemein attraktive Maßnahmen, die den Immobilienwert erhöhen — etwa eine neue Küche, bessere Dämmung oder ein Anbau. Beides schließt sich nicht aus, aber man sollte sich des Unterschieds bewusst sein, um nicht für den Verkauf zu über-investieren.



